Ratgeber · Photovoltaik

Ü20-PV-Anlage: Was tun nach 20 Jahren EEG-Förderung?

Wenn die bisherige EEG-Förderung endet, muss eine ältere Photovoltaikanlage nicht automatisch außer Betrieb genommen werden. Weiter einspeisen, Eigenverbrauch erhöhen, Speicher nachrüsten oder Repowering: Wir zeigen die wichtigsten Möglichkeiten.

Gut zu wissen: Eine PV-Anlage, die 2006 in Betrieb genommen wurde, erreicht zum Ende des Jahres 2026 das Ende ihres bisherigen EEG-Förderzeitraums. Das bedeutet jedoch nicht automatisch das Ende des Anlagenbetriebs.
Grundlagen

Was ist eine Ü20-PV-Anlage?

Als Ü20-Anlage wird häufig eine Photovoltaikanlage bezeichnet, deren ursprünglicher EEG-Förderzeitraum nach mehr als 20 Jahren endet. Viele dieser Anlagen sind technisch noch funktionsfähig und können weiterhin Solarstrom erzeugen.

Das Ende der bisherigen Förderung bedeutet daher nicht, dass die Anlage automatisch stillgelegt oder vom Dach entfernt werden muss. Vielmehr stellt sich die Frage, wie der erzeugte Solarstrom künftig am sinnvollsten genutzt werden kann.

Beispiel: Wurde eine PV-Anlage im Jahr 2006 in Betrieb genommen, endet ihr bisheriger Förderzeitraum grundsätzlich mit Ablauf des Jahres 2026. Anschließend kommen verschiedene Modelle für den Weiterbetrieb in Betracht.
Nach der Förderung

Was passiert mit der Einspeisung?

Das Ende der ursprünglichen EEG-Vergütung bedeutet nicht automatisch, dass kein Solarstrom mehr eingespeist werden darf.

01

Weiter einspeisen

Für ausgeförderte Anlagen besteht weiterhin eine gesetzliche Möglichkeit zur Netzeinspeisung. Die Vergütung orientiert sich dabei nicht mehr an der früheren festen EEG-Vergütung, sondern insbesondere am Marktwert des Solarstroms.

02

Eigenverbrauch wird wichtiger

Wenn der wirtschaftliche Wert der Einspeisung deutlich unter dem eigenen Strombezugspreis liegt, kann es interessanter werden, möglichst viel des erzeugten Solarstroms direkt selbst zu nutzen.

Die Anschlussregelung für ausgeförderte Anlagen ist derzeit bis Ende 2032 vorgesehen. Welche Vergütung tatsächlich anfällt, hängt unter anderem vom jeweiligen Marktwert und den geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.
Vier Wege

Welche Möglichkeiten gibt es für eine Ü20-Anlage?

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom technischen Zustand der Anlage, vom Stromverbrauch und von den zukünftigen Zielen ab.

01

Weiter einspeisen

Die bestehende Anlage weiter betreiben und den erzeugten Solarstrom weiterhin ins öffentliche Netz einspeisen.

02

Eigenverbrauch erhöhen

Solarstrom möglichst direkt im Haushalt nutzen und lediglich verbleibende Überschüsse ins Netz einspeisen.

03

Speicher nachrüsten

Solarüberschüsse tagsüber speichern und beispielsweise abends oder nachts für den eigenen Haushalt nutzen.

04

Repowering prüfen

Alte Module oder Komponenten ersetzen und prüfen, ob eine modernisierte oder vollständig neue PV-Anlage sinnvoller ist.

Eigenverbrauch

Warum wird Eigenverbrauch bei Ü20-Anlagen interessanter?

Während bei vielen älteren PV-Anlagen ursprünglich eine attraktive Einspeisevergütung im Mittelpunkt stand, verändert sich die wirtschaftliche Betrachtung nach dem Förderende.

Wird eine selbst erzeugte Kilowattstunde im eigenen Haushalt genutzt, muss diese Strommenge nicht oder nur entsprechend weniger aus dem Netz bezogen werden. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Eigenverbrauch gezielt zu erhöhen.

Solarstrom möglichst im eigenen Energiesystem nutzen

Schritt 1 Solarstrom erzeugen
Schritt 2 Direkt im Haushalt verbrauchen
Schritt 3 Überschuss speichern
Schritt 4 Verbleibenden Überschuss einspeisen
Speicher nachrüsten

Batteriespeicher für eine bestehende Ü20-PV-Anlage

Gerade bei bestehenden PV-Systemen kann ein AC-gekoppelter Batteriespeicher eine interessante Nachrüstlösung sein.

Bei einem AC-gekoppelten Speicher wird die Batterie auf der Wechselstromseite des Hausnetzes integriert. Dadurch arbeitet der Speicher weitgehend unabhängig vom vorhandenen PV-Wechselrichter.

Das kann insbesondere bei älteren Bestandsanlagen interessant sein, wenn die vorhandene PV-Technik weiterhin genutzt werden soll, ohne das gesamte System auf einen neuen Hybridwechselrichter umzubauen.

Ein Smart Meter erfasst dabei den Energiefluss am Netzanschluss. So kann der Speicher erkennen, wann PV-Überschuss vorhanden ist und wann der Haushalt Energie benötigt.

PV-Anlage
→
bestehender PV-Wechselrichter
↓
Hausnetz
↙
↘
Haushaltsverbrauch
AC-Speicher
↓
Smart Meter & Stromnetz
Bestandsanlage

Muss der alte PV-Wechselrichter ersetzt werden?

Nicht zwingend. Ob der vorhandene Wechselrichter weiter genutzt werden kann, hängt von seinem technischen Zustand und vom gewählten Speicherkonzept ab.

Bei einem AC-gekoppelten Batteriespeicher arbeitet die Batterie auf der AC-Seite des Hausnetzes. Der bestehende PV-Wechselrichter kann deshalb grundsätzlich Bestandteil der vorhandenen Anlage bleiben, sofern er technisch weiterhin geeignet und sicher betrieben werden kann.

Gerade bei älteren Anlagen empfiehlt sich vor einer langfristigen Weiterverwendung eine Prüfung durch einen Fachbetrieb.

Auslegung

Wann kann ein Speicher bei einer Ü20-Anlage sinnvoll sein?

Nicht jede alte PV-Anlage braucht automatisch einen Batteriespeicher. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung und Verbrauch.

✓
Die bestehende PV-Anlage funktioniert technisch weiterhin zuverlässig.
✓
Tagsüber entstehen regelmäßig Solarstromüberschüsse.
✓
Ein relevanter Teil des Haushaltsstroms wird morgens, abends oder nachts benötigt.
✓
Der Eigenverbrauch soll erhöht und der Netzbezug reduziert werden.
✓
Die vorhandene PV-Technik soll möglichst weiter genutzt werden.
Wichtig: Die passende Speichergröße sollte nicht allein nach der maximalen PV-Leistung gewählt werden. Entscheidend sind unter anderem Jahresertrag, Lastprofil, Stromverbrauch und die tatsächlich verfügbaren PV-Überschüsse.
Beispiel einer Nachrüstlösung

AC-Speicher für bestehende PV-Anlagen

Ein Beispiel für dieses Konzept ist der CONOW Atlas 6000 AC.

CONOW Atlas 6000 AC AC-gekoppelter Heimspeicher
AC-gekoppelter Speicher

CONOW Atlas 6000 AC

Der Atlas 6000 AC wurde als AC-gekoppeltes Speichersystem für die Nachrüstung bestehender Solaranlagen konzipiert. Dadurch kann eine vorhandene PV-Anlage um einen Batteriespeicher ergänzt werden, ohne das komplette PV-System neu aufzubauen.

6 kWh Speicherkapazität
bis 18 kWh durch Parallelbetrieb
bis 3.000 W AC-Eingangsleistung
Vergleich

Ü20-Anlage weiterbetreiben oder PV-Anlage erneuern?

Auch Repowering kann sinnvoll sein. Die richtige Entscheidung hängt vor allem vom Anlagenzustand und dem zukünftigen Strombedarf ab.

Bestehende Anlage weiterbetreiben Repowering / neue PV-Anlage
Vorhandene Module und Komponenten weiter nutzen Moderne Module mit höherer Leistung einsetzen
Geringerer Umbauaufwand möglich Dachfläche neu und effizienter planen
Eigenverbrauch und Speicher nachrüstbar Neue Wechselrichter- und Speicherkonzepte integrierbar
Besonders interessant bei technisch gut erhaltenen Anlagen Besonders interessant bei Alterung, Defekten oder größerem zukünftigen Energiebedarf
Nächste Schritte

Was sollten Betreiber einer Ü20-Anlage jetzt prüfen?

01 Inbetriebnahmedatum der PV-Anlage prüfen
02 Technischen Zustand der Anlage beurteilen lassen
03 Jahresertrag und heutigen Eigenverbrauch ansehen
04 Zukünftigen Strombedarf berücksichtigen
05 Weiterbetrieb, Speicher und Repowering vergleichen
Häufige Fragen

FAQ zu Ü20-PV-Anlagen

Muss eine PV-Anlage nach 20 Jahren abgeschaltet werden?
Nein. Das Ende des ursprünglichen EEG-Förderzeitraums bedeutet nicht automatisch, dass die Anlage stillgelegt werden muss. Technisch geeignete Anlagen können grundsätzlich weiterbetrieben werden.
Kann eine Ü20-Anlage weiterhin Strom einspeisen?
Ja. Für ausgeförderte Anlagen bestehen weiterhin gesetzliche Möglichkeiten zur Einspeisung. Die wirtschaftlichen Bedingungen unterscheiden sich jedoch von der ursprünglichen EEG-Vergütung.
Ist Eigenverbrauch nach Ende der EEG-Förderung sinnvoll?
Eigenverbrauch kann besonders interessant werden, wenn die Vergütung für eingespeisten Solarstrom deutlich niedriger ist als der Preis für Strombezug aus dem Netz. Ob sich eine Umstellung lohnt, hängt vom individuellen Verbrauchs- und Erzeugungsprofil ab.
Kann ein Batteriespeicher bei einer alten PV-Anlage nachgerüstet werden?
Grundsätzlich ja. Besonders AC-gekoppelte Batteriespeicher können sich für Bestandsanlagen eignen, da sie weitgehend unabhängig vom vorhandenen PV-Wechselrichter in das Hausnetz integriert werden können.
Muss der alte Wechselrichter für einen Speicher ersetzt werden?
Nicht zwingend. Bei einer AC-gekoppelten Speicherlösung kann der bestehende PV-Wechselrichter grundsätzlich weiter genutzt werden, sofern er technisch geeignet und sicher betrieben werden kann.
Wie groß sollte ein Speicher für eine Ü20-Anlage sein?
Die Speichergröße sollte nicht allein anhand der installierten PV-Leistung festgelegt werden. Wichtiger sind der tatsächliche Jahresertrag, der Stromverbrauch, das Lastprofil und die regelmäßig verfügbaren Solarstromüberschüsse.
Persönliche Beratung

Ihre PV-Anlage erreicht das Ende der EEG-Förderung?

Sie möchten Ihre bestehende PV-Anlage weiter nutzen, den Eigenverbrauch erhöhen oder einen Batteriespeicher nachrüsten? Schildern Sie uns kurz Ihre Situation – wir unterstützen Sie bei der Auswahl einer passenden Lösung.

✓
Bestandsanlage weiter nutzen

Möglichkeiten für Weiterbetrieb und Eigenverbrauch prüfen.

✓
Speicher nachrüsten

Passende AC-Speicherlösung für Ihre bestehende PV-Anlage finden.

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Repowering vergleichen

Bestehende Anlage und mögliche Modernisierung gegenüberstellen.

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Stand: September 2026. Gesetzliche und vergütungsbezogene Rahmenbedingungen können sich ändern. Für die technische Bewertung einer bestehenden PV-Anlage sollte bei Bedarf ein qualifizierter Fachbetrieb hinzugezogen werden.